«Zum Zwecke der Arbeitsaufnahme»

Videoschalte wegen Omikron-Variante: Gesundheitsminister wollen Quarantäne verkürzen

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Grimm-Benne hat am Mittwoch in ihrer aktuellen Funktion als Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Änderungen der Quarantäneregeln vorgeschlagen. Unter anderem die Kürzung der Quarantänedauer.

05.01.2022, 21:08
Petra Grimm-Benne (SPD), Gesundheits- und Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, spricht bei der Abschluss-Pressekonferenz der Gesundheitsministerkonferenz.
Petra Grimm-Benne (SPD), Gesundheits- und Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, spricht bei der Abschluss-Pressekonferenz der Gesundheitsministerkonferenz. (Foto: dpa/archiv)

Magdeburg/DUR/dpa - Die Gesundheitsminister der Länder haben angesichts der Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omikron am Mittwoch Änderungen der Quarantäneregeln vorgeschlagen. So sollen unter anderem geimpfte Beschäftigte der kritischen Infrastruktur etwa in Kliniken und Pflegeheimen eine Isolation wegen einer Infektion «zum Zwecke der Arbeitsaufnahme» bereits nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test beenden können.

Über den Vorschlag informierte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne am Mittwoch nach einer Videoschalte. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Die Quarantänedauer für symptomfreie enge Kontaktpersonen von Infizierten soll laut dem Beschluss der Gesundheitsminister sieben Tage betragen. Geboosterte sollen als enge Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne geschickt werden. Ihnen werden regelmäßige Selbsttests empfohlen.

Ungeimpfte sollen die Quarantäne nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test beenden können, Beschäftigte der kritischen Infrastruktur sollen sie bereits nach fünf Tagen mit negativem PCR-Test beenden können. Über die Vorschläge soll in der Bund-Länder-Schalte von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den Ministerpräsidenten beraten werden.

Grimm-Benne sagte, eine Verkürzung der Quarantänezeiten müsse «praktikabel umsetzbar» sein. Die Gesundheitsämter seien personell überlastet, deshalb müsse man «zu einfacheren Regelungen» kommen. «Wir wollen, dass die Menschen das verstehen, und wir wollen Lösungen haben, die die Gesundheitsämter mittragen», so die SPD-Politikerin.

„Es ist davon auszugehen, dass Omikron in den nächsten Wochen die vorherrschende Virus-Variante in Deutschland sein wird“, sagte Grimm-Benne weiter. „Wir müssen massive Personalausfälle durch breit angelegte Quarantäneanordnungen verhindern, um kritische Versorgungsbereiche der Bevölkerung nicht zu gefährden.“ Wichtig sei es, die kritische Infrastruktur handlungsfähig zu halten, aber gleichzeitig auch die Infektionsgefahr im Blick zu behalten.