Ostbeauftragter

Schneider (SPD) forderte zum Einmischen auf

Von dpa Aktualisiert: 03.10.2022, 16:51
Carsten Schneider, Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland, schaut in die Kamera.
Carsten Schneider, Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland, schaut in die Kamera. Kay Nietfeld/dpa

Erfurt - Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), hat die Ostdeutschen aufgefordert, sich stärker in gesamtdeutsche Debatten einzumischen. „Wir dürfen uns im Osten nicht auf uns selbst zurückziehen und unsere eigene kleine DDR wiederaufbauen“, sagte Schneider am Sonntag am Rande der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Erfurt. Die Vielfalt der deutschen Erfahrungen, die mit der Wende und der Einheit verbunden seien, ließen sich nur erfassen, wenn die Menschen im Osten neugierig auf eine bundesdeutsche Perspektive seien.

Die bisherige Perspektive würde die vielfältigen Lebenswege von Menschen in Ost und West nach 1990 nicht ausreichend berücksichtigen, äußerte Schneider. Zum Tag der Deutschen Einheit sagte er: „Für viele ist er ein Ritual und ein freier Tag.“

Er selbst sei ein Gewinner der Wiedervereinigung, so der 46-Jährige. Das treffe auf einen großen Teil der Ostdeutschen zu, die wie er beim Untergang der DDR Jugendliche waren. „Für mich kam die Wende genau zur richtigen Zeit.“ Er habe zwar bis dahin ein gutes Leben in der DDR geführt. Wie er sich innerhalb des SED-Regimes weiterentwickelt hätte, sei aber völlig unklar. „Ich weiß nicht, wo ich gelandet wäre.“ Mit der Wiedervereinigung hätten ihm alle Chancen im wiedervereinigten Deutschland offen gestanden, sagte Schneider.