Ibrahim Miri in Libanon abgeschoben

Nach 19 Verurteilungen - Clanchef will zurück nach Deutschland

Das Verwaltungsgericht in Bremen lehnt im März einen Eilantrag von Ibrahim Miri ab. Miri darf abgeschoben werden. 
Das Verwaltungsgericht in Bremen lehnt im März einen Eilantrag von Ibrahim Miri ab. Miri darf abgeschoben werden.  Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Bremen/dpa - Der 2019 in den Libanon abgeschobene Clan-Chef Ibrahim Miri versucht gerichtlich einen Weg zurück nach Deutschland zu finden. Das Verwaltungsgericht Bremen befasst sich seit Montag in einer mündlichen Verhandlung mit vier Klagen von ihm. Alle zielen auf eine legale Rückkehr- beziehungsweise Einreisemöglichkeit nach Deutschland ab, wo seine Familie, darunter seine beiden minderjährigen Kinder, leben.

Die Behörden halten die Abschiebung von 2019 für rechtmäßig und weisen darauf hin, dass der Kläger zuvor 33 Jahre ausreisepflichtig gewesen sei. Zudem gehe von ihm weiter mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Deutschland aus. Die 34-jährige Lebensgefährtin, mit der Miri eine 19 Monate alte Tochter und einen 13-jährigen Sohn hat, warb in ihrer Aussage für eine erneute Chance, damit ihr Verlobter zeigen könne, dass er nicht mehr kriminell sei.

Sie habe mit der Familie Miri nichts zu tun und sei auch keine Libanesin, sagte die Hotelfachfrau. „Für die Kinder ist es sehr schwer, dass der Vater nicht da ist.“ Miri, der bei seiner Abschiebung 46 Jahre alt war und im Libanon lebt, wurde in Deutschland von 1989 bis 2014 insgesamt 19 Mal rechtskräftig verurteilt, unter anderem wegen Raubes, schweren Diebstahls, Hehlerei, Unterschlagung und bandenmäßigen Drogenhandels.