Digitalisierung stockt

Für 600 Millionen Euro: Bundeswehr will 40 Jahre alte Funkgeräte nachbauen lassen

Digitale Funktechnik ist bei der Bundeswehr an vielen Stellen noch absolutes "Neuland". Stattdessen investiert die Truppe nun noch einmal sehr viel Geld für längst museumsreife Technik.

29.09.2021, 08:37
Uniformen der Bundeswehr (Symbolbild)
Uniformen der Bundeswehr (Symbolbild) Foto: dpa

Berlin/DUR – Die Bundeswehr will mehr als 600 Millionen Euro ausgeben, um 40 Jahre alte Funkgeräte nachbauen zu lassen. Wie der „Spiegel“ berichtet, hat das Militär mit einem französischen Rüstungskonzern einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Das Unternehmen „Thales“ soll ein Bundeswehr-Funkgerät aus den 80er Jahren neu auflegen.

Das sogenannte „SEM 80/90“ wurde in den 80er Jahren entwickelt und ist bis heute in den meisten Bundeswehr-Fahrzeugen verbaut. Das jetzt neu bestellte Funkgerät soll die gleichen Maße und Anschlüsse haben und vor allem – es soll nicht mehr können als das Uralt-Vorbild. Laut „Spiegel“ will die Bundeswehr so eine umfangreiche Ausschreibung umgehen. Die Beschaffung neuer digitaler Funktechnik für die Bundeswehr verzögert sich seit Jahren.

Das französische Unternehmen wurde damit beauftragt, da es in der Vergangenheit den einstigen Hersteller der Original-Funkgeräte aufgekauft hatte. Geplant ist die Lieferung von rund 30.000 Funkgeräten zum Stückpreis von 20.000 Euro, so das Nachrichtenmagazin. Diese sollen dann bis 2035 im Dienst bleiben.